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Effiziente Recherche braucht ein paar Kenntnisse

Ein Beitrag von Heike Baller

Heike Baller ist seit den ersten Besuchen in der Stadtbücherei als Kind die Begeisterung für Recherche und Literatur erhalten geblieben und seitdem Recherche-Profi.

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Veröffentlicht: 20.06.2019

Lesezeit: 5 Minuten

Letzte Änderung: 11.09.2023

Themen:

Schlagworte:

  • #expertennetzwerk
  • #research
  • #suchmaschinen

Im zweiten Teil unseres Research Guides mit Rechercheprofi Heike Baller stellen wir die wichtigsten Zeichen, Befehle und Tricks vor, mit denen man seine eigenen Suchanfragen um einiges verbessern kann.

Research Guide, Teil 2

Im ersten Teil dieser Reihe haben wir vorgestellt, wie Suchmaschinen arbeiten und was sie alles erfassen können. Gleichzeitig haben wir Alternativen zu den großen Anbietern vorgestellt. Die Realität sieht jedoch so aus, dass über 90% aller Suchanfragen weltweit mit Google durchgeführt werden.

Der größte Teil dieser Google-Suchen erfolgt dabei über ganz normale Suchanfragen in natürlicher Sprache, Nutzer stellen Google also teilweise Fragen oder Aufgaben, als ob sie mit einem Menschen kommunizieren. Die regelmäßigen Aktualisierungen des Google-Algorithmus verbessern Google genau in diese Richtung, um das Nutzererlebnis so einfach wie möglich zu gestalten.

Darüber hinaus bietet Google jedoch einige Features an, mit denen Suchergebnisse besser eingegrenzt werden können und die daher besonders für Researcherinnen und Researcher interessant sind, neben der erweiterten Suche von Google funktioniert dies über Operatoren.

Suchergebnisse verbreitern …

Stehe ich am Anfang einer Recherche und versuche durch Begriffe den Scope meiner Recherche zu definieren, könnte eine erste Intuition sein, all diese Begriffe direkt bei Google zu suchen:

mitfahrgelegenheit carsharing fahrgemeinschaft

Google liefert mir zu dieser Suche bereits relevante Ergebnisse, wird jedoch Ergebnisse favorisieren, in denen alle drei Suchergebnisse vorkommen. Gerade für eine anfängliche Suche kann es sich jedoch lohnen, sich breiter gefächerte Suchergebnisse anzuschauen, eine Methode dazu ist der Operator OR:

mitfahrgelegenheit OR carsharing OR fahrgemeinschaft

Diese Suchanfrage liefert zusätzlich Seiten, auf denen nur einer der drei Begriffe vorkommt und erhöht damit meine Trefferzahl deutlich. Ein ähnlich breites Ergebnis kann ich auch durch eine Tilde (~) erreichen. Eine Tilde direkt vor einem Wort signalisiert Google, dass auch verwandte Begriffe mit einbezogen werden sollen:

~mitfahrgelegenheit

Bis zu einem gewissen Grad hat sich dies mittlerweile zu einer Standard-Einstellung von Google entwickelt, auch ohne die Tilde werden teilweise Synonyme des Suchbegriffs mit in die Suche einbezogen. Die Tilde bleibt jedoch das direkte Signal, dass Google etwas unschärfer suchen darf, Suchanfragen mit diesem Operator liefern also weiterhin in der Regel mehr Ergebnisse.

Noch etwas weiter gehen so genannte Wildcards, die bei Google durch einen Stern nutzbar sind. Mit einem Wildcard-Charakter lasse ich Google eine Lücke ausfüllen, zum Beispiel, wenn mir in einer Phrase oder einem Satz ein Wort oder eine Information fehlt:

ist * der Antrieb der Zukunft?

Für Unsicherheiten bei Zahlen kann ich außerdem mit zwei Punkten statt einer konkreten Zahl für einen Zahlenraum suchen, was sich besonders bei Jahreszahlen lohnt:

mobilitätskonzepte 1990..2010

… und Suchergebnisse eingrenzen

Ein weitaus häufigeres Problem bei Internet-Recherchen entwickelt sich jedoch daraus, dass Google durch einen täglich wachsenden Index inzwischen zu fast allen Suchbegriffen eine sehr große Zahl an Treffern liefert. Für eine effiziente Recherche meist zu viele.

Relativ bekannt ist die Sonderfunktion der Anführungszeichen bei Suchanfragen, durch die man konkrete Wortfolgen suchen kann, statt einzelne Suchbegriffe. Suchanfragen wie:

"Um die Probleme bei Mobilität und Luftqualität in Angriff zu nehmen und den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel zu fördern, muss Deutschland mehr in die Verkehrsinfrastruktur und in saubere Mobilitätslösungen investieren"

eignen sich daher dazu, um die Verwendung konkreter Zitate nachzuvollziehen oder nach längeren Formulierungen und feststehenden Begriffen zu suchen.

Um Suchbegriffe einzugrenzen kann das Minuszeichen genutzt werden, um bestimmte Begriffe aus den Suchergebnissen auszuschließen:

Sie haben eine Frage oder ein Problem in diesem Bereich oder bei einem ähnlichen Thema? Unsere Expert Community hilft gern!

Eine Stufe weiter: Suchbefehle

Neben diesen Sonderzeichen bietet Google auch eigene Befehle an, mit denen sich Suchanfragen verbessern lassen. Diese bestehen aus einem Wort, direkt gefolgt von einem Doppelpunkt.

Mit site: suchen Sie innerhalb einer bestimmten Website, und zwar oft effizienter als die meisten der seiteninternen Suchmaschinen:

site:sz.de Mobilität

Mit filetype: lässt sich die Suche auf bestimmte Dateitypen wie PDF oder Bildformate eingrenzen:

filetye:pdf Verkehr und Mobilität in Deutschland

filetye:pdf ist dabei besonders nützlich, wenn man auf der Suche nach einem Artikel oder eine Studie ist und direkt den Volltext sucht, statt sich durch Seiten mit einer Content-Sperre oder nur Teilen des Inhalts durchzuklicken.

Mit intitle: suchen Sie einen oder mehrere zentrale Suchbegriffe, die direkt im Titel des gesuchten Dokuments vorkommen:

intitle:Klimaschutz Mobilität

allintext: zwingt Google dazu, nur Ergebnisse zu zeigen, in denen alle nachfolgenden Begriffe vorkommen. Damit lassen sich die Ergebnisse eingrenzen, da Google in einer normalen Suche mit mehreren Begriffen auch Seiten anzeigt, in denen nur ein Teil der Begriffe vorkommt, selbst wenn ich dies nicht explizit mit OR gekennzeichnet habe:

allintext: mobilitätsbiographie automobilität

Der Befehl allintext: ist damit eine gute Zwischenstufe zwischen der normalen Suche und einer Suche mit Anführungszeichen, da er zwar auf die Begriffe, aber nicht deren Reihenfolge achtet.

Unterricht und Challenges von Google

Für Researcherinnen und Researcher lohnt es sich, sich näher mit dem Werkzeug auseinanderzusetzen, dass den Start vieler Recherchen darstellt. Wir haben die wichtigsten Tricks vorgestellt, es gibt aber noch weitere kleine Kniffs und Übungen, mit denen man zum Google-Experten werden kann. Google hat dazu selbst eigene Kurse, die sich zwar eher an Schüler und Studenten richten, aber trotzdem einen guten Ausgangspunkt für weiteres Material bieten.

Als Übungen sind die A Google A Day Challenges empfehlenswert, Aufgaben in verschiedenen Themengebieten, die sich alle durch Google-Suchen lösen lassen. Die Auflösung liefert dabei weitere Details über Operatoren und Suchbefehle, die zum Ergebnis führen.

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