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20blue hour, Folge 15: nachhaltige Verpackungen

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Ein Beitrag von Kristian Schulze

Kristian Schulze arbeitet als Journalist, Redakteur und Reporter in Leipzig, wo er Journalistik und neuere Geschichte studiert hat. DE

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Veröffentlicht: 05.04.2023

Lesezeit: 4 Minuten

Letzte Änderung: 24.11.2023

Themen:

Schlagworte:

  • #csr
  • #verpackung

In Folge 15 der 20blue hour geht es einmal mehr um das Thema nachhaltige Verpackungen – mit denen sich nicht mehr alle, aber viele doch noch schwer tun. Es geht um die Möglichkeiten, mehr kleine Schritte zu tun oder weniger große. Unsere Podcast-Zusammenfassung von Kristian Schulze.

Experte für Pfand auch auf Shampoo- und Ketchup-Flaschen

Im neuen 20blue-Podcast geht es einmal mehr um das Thema nachhaltige Verpackungen – mit denen sich nicht mehr alle, aber viele doch noch schwer tun. Es geht um die Möglichkeiten, mehr kleine Schritte zu tun oder weniger große.

Peter Désilets von der pacoon Sustainability Concepts GmbH in München und Hamburg regt in dem Gespräch etwa ein Pfand auch auf Shampoo- oder Ketchup-Flaschen an. Mehrweg funktioniere in Deutschland und mehr recyclebares und so wertvolles Material lasse sich vor Aussortierung und Verbrennung bewahren.

Er sieht das Thema angekommen – Verbraucher seien sensibler und machten Druck: „Am Anfang kam der Druck von der Gesetzgebung, dann vom Handel“, sagt Désilets. Inzwischen aber mache man wirklich neue Konzepte, komme auf schon entwickelte Innovationen zurück. Potenzial sei da und gefragt seien nicht mehr nur Lösungen, die nicht mehr kosten dürfen, sondern solche, die „nicht allzu viel mehr kosten“.

Für Dr. Kerstin Hermuth-Kleinschmidt von der Beratung NIUB und für 20blue spielte hier Politik „eine große Rolle“, etwa die Pflicht zu Mehrweg-Verpackungen für Essen und Getränke und der EU-Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft: „Und ich denke, da wird sich auch noch einiges mehr tun“. Bei Unternehmen sieht Désilets unterdessen immer noch eher kleinere Schritte als disruptive Lösungen, auch weil wohl viele Angst haben, Fehler zu machen oder ihr Geschäftsmodell und gewohnte Abläufe zu stören.

Nur Kommunikation ersetzt dabei auch keine echten Schritte. Mit Blick auf EU Pläne gegen Greenwashing etwa rät Désilets von Übertreibungen ab: „Wir sind 100 Prozent grün“ sei keine glaubwürdigere Aussage als „30 Prozent besser als vor zwei Jahren“. Es räche es sich jedoch, wenn Ziele formuliert würden, man dann aber gar nichts tut.

„Nachhaltigkeit ist Reduktion von Verschwendung“ ist für den Experten beim Thema grundlegend. Wobei Kollegin Hermuth-Kleinschmidt hier problematische Unterschiede zwischen privaten und öffentlichen Unternehmen ausmacht: In öffentlichen entscheide weiter vor allem der Preis als zentrales Ausschreibungskriterium, „das billigste wird genommen“, auch wenn eine andere Lösung auf lange Sicht etwa weniger Strom verbrauche. Wie sie sagte, sind es nun ja auch tatsächlich die höheren Energiepreise, weshalb nun doch nach Sparmöglichkeiten gesucht werde.

So kommt das Thema auch im Maschinenbau an. Für Verpackungshersteller kann es laut Désilets interessant sein, eine neue Maschine zu kaufen – auch weil gar nicht so sicher sei, ob Maschinen wirklich Jahrzehnte laufen müssten, um sich zu rechnen. Interessant seien auch solche, die mehr könnten, als nur eine Verpackung aus einem Material zu machen. Auch Miete wäre demnach eine Antwort auf Unsicherheit.

Désilets legt den Schwerpunkt in der Runde aber auf Recycling, das es ohne gute Sortierung nicht gebe. Da brauche es Verbesserungen, neue Kodierungen, damit etwa PET-Flaschen nicht wegen Umhüllungen vom Sortierscanner ausgesiebt werden. Werde das nicht schon beim Design der Verpackung bedacht, lande sie im Mischkunststoff oder der Verbrennung. Hermuth-Kleinschmidt verweist hier auch auf EU-Pläne für einen digitalen Produktpass, der auch beim Recycling helfen soll. Denn es sei „nicht einfach, Kunststoffe zu recyclen“, bei hunderten Varianten allein von etwa Polyethylen (PET).

„Hundert Prozent Recycling gibt es aktuell nicht“, sagt darum Désilets. Wie bei PET-Getränkeflaschen könne aber ein Pfand auch auf Shampoo- oder Ketchup-Flaschen aus Polypropylen (PP) beim Sammeln und Sortieren helfen. „Mehrweg funktioniert in Deutschland“, sagt der Experte, auch wenn es „noch viele Fehler“ habe. International dagegen laufe „Mehrweg noch auf ganz kleiner Flamme“. Auch wenn Digitalisierung sicher die Möglichkeiten erweitern könne, werde das auch in der EU noch einige Jahre dauern. Bei der Konzeption von Verpackungen bleibe deshalb weiter wichtig, ob und wie in anderen Ländern die Bedingungen für Recycling überhaupt gegeben sind.

Der Überblick über die Gesetzgebung und Vorschriften sowie relevanten Labels in 30 Europäischen Ländern und den USA von pacoon

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